KoMMBi – Ablauf der Pilotphase

KoMMBi Übersicht

Der Auftrag zur Durchführung einer Pilotierung des KoMMBi Konzeptes durch das Pädagogische Institut (PI) erfolgte aus dem Referat für Bildung und Sport (RBS) der LH München. Die Pilotphase läuft seit Dezember 2016 und endet im Juli 2018.

Ablaufplan KoMMBi

   Dezember 2016 Erstgespräche mit Einrichtungen, die von den Geschäftsbereichen vorgeschlagen wurden, Benennung der Medienpädagogik-Beauftragten, Identifizierung der gegebenen Voraussetzungen an den Einrichtungen
   Februar 2017 Beginn der Zertifizierung, Identifizierung möglicher Konzepte und Zweitgespräche an den Einrichtungen
   bis 15. Mai 2017 Bestimmung von Zielen, Vorstellung der Ergebnisse in der Einrichtung und Abstimmung des weiteren Vorgehens mit der Einrichtungsfamilie
   Juni 2017 Vereinbarung zu den Zielen mit der Einrichtungsleitung
   ab Mai 2017 Konzeption der Basisschulungen auf Grundlage der Zielvereinbarungen
   bis Februar 2018 Durchführung der Basis-Schulungen an allen beteiligten Einrichtungen, Entwicklung von einrichtungsspezifischen Konzepten
   bis Juli 2018 Umsetzung der Konzepte und Abschluss der Zertifizierung

Für die Teilnahme an der Pilotphase wurden insgesamt 16 pädagogische Einrichtungen  der LH München ausgewählt – acht Kindertageseinrichtungen, zwei Realschulen, zwei Gymnasien und vier berufliche Schulen.

Mit der Auswahl erfolgte auch die Bestimmung von mindestens zwei Kolleg_innen pro Einrichtung, die von März 2017 bis Juli 2018 an insgesamt zehn Tagen zu Medienpädagogik-Beauftragten (MPBs) zertifiziert werden.
Idealerweise sollten die so ausgewählten Lehr- bzw. Erziehungskräfte folgende Kriterien erfüllen:
• Affinität zu digitalen Medien
• Akzeptanz in der Einrichtung
• Kenntnis laufender Prozesse der Qualitätssicherung und -entwicklung
• Lust auf die Entwicklung, Umsetzung und Präsentation von Konzepten
• Bewusstsein, dass die Ziele der Medienbildung nur in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen erreicht werden können

Die Zertifizierung soll die Teilnehmenden dazu befähigen, mit Medien und ihren Inhalten umzugehen sowie durch praktisches Ausprobieren Medienerfahrungen zu sammeln und an die gesamte Einrichtung im Sinne einer Medienkompetenzentwicklung weiterzugeben.
Die MPBs sollen also die neu gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umsetzen und in ihren Einrichtungen als Multiplikator_innen wirken.

Die Inhalte der Zertifizierung wurden in thematisch aufeinander aufbauenden Modulen zu Theorie und Praxis der Medienpädagogik vermittelt.
Dabei wurden unter anderem folgende Thematiken von Fachreferent_innen beleuchtet:
Grundfragen der Medienpädagogik, Digitale Kompetenzen von Pädagog_innen, Aufwachsen mit digitalen Medien, Erklärfilme, Spielerische Ansätze in der Pädagogik, Faszination und Risiken von Social Media, Filmisches Dokumentieren, Apps für Kinder und Jugendliche, Urheberrecht, Datenschutz, Medienkonzepte an bayerischen Schulen sowie ein Besuch des FabLabs in München

Um den Praxisbezug zu erhöhen, führen die MPBs parallel zur Zertifizierung ein eigenes praktisches medienpädagogisches Projekt in ihrer Einrichtung durch und dokumentieren dieses.
Wenn möglich sollte dieses Projekt modellhaft, also auch auf andere Einrichtungen übertragbar sein.

Während der Zertifizierung, der Durchführung des Projekts und auch in ihrer Arbeit als Multiplikator_in in der Einrichtung werden die MPBs eng durch die Medienpädagog_innen des Pädagogischen Instituts unterstützt.

Zu Beginn der Zertifizierung wurde von den MPBs zunächst eine Bestandsaufnahme der Mediennutzung und der (medien)pädagogischen Ziele ihrer Einrichtungen durchgeführt. Dabei ging es sowohl um die vorhandene Hardware als auch um das vorhandene Know-how sowie um die spezifische Ausrichtung der Einrichtung.

Aufgrund dieser Datenlage wurde in Zusammenarbeit mit Medienpädagog_innen vom Pädagogischen Institut für jede Einrichtung ein maßgeschneidertes Medienkonzept erarbeitet, um mit dem Einsatz dezidierter digitaler Medien die Erreichung der formulierten pädagogischen Ziele unterstützen zu können. Dabei standen der pädagogische Entwicklungsprozess und der erzielbare Mehrwert im Fokus.
Offiziell wird dieser Prozess mit einer Zielvereinbarung zusammengefasst, in dem die oben genannten Ziele schriftlichen fixiert werden.

Themen der Basisschulungen


Anschließend erhielt jede Einrichtung eine ganztägige Basisschulung, in der der pädagogische Einsatz der ausgewählten Medien thematisiert und in Kleingruppen praktisch erprobt wurde.

Begleitet wird die Fortbildung zudem von einem internen Blog, der dem Austausch und der Bereitstellung der Materialien aus den Zertifizierungsmodulen sowie der Dokumentation der Projekte dient, und einem Wiki, das die theoretischen Hintergründe, offiziellen Vorgaben und Hintergrundmaterialien enthält. In Zusammenarbeit mit der LMU ist außerdem eine Online-Plattform mit e-Learning-Modulen entstanden. Praktische Tipps, medienpädagogische Informationen sowie Selbstlernmaterialien sind auf dem Münchner kommunalem Bildungsserver www.muc.kobis.de zu finden.

Die KoMMBi-Pilotphase wird mit einem umfangreichen Fachtag am 20.6.2018 abgeschlossen. Dort werden unter anderem folgende Programmpunkte präsentiert:

  • Übergabe der Zertifizierungen an die Piloteinrichtungen und Medienpädagogik-Beauftragten
  • Präsentation der Konzepte der Piloteinrichtungen
  • Workshops für Fachpublikum und interessierte Lehr- und Erziehungskräfte
  • Präsentation erster Evaluationsergebnisse des Instituts für Informationsmanagement Bremen (ifib)
  • Austausch mit Vertreter_innen von freien Trägern, des RBS, interessierten Bildungseinrichtungen und aus der Politik
  • Podiumsdiskussion mit verschiedenen Interessensvetreter_innen