Organisation: Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP)

Eva Reichert-Garschhammer
Juristin, stellvertretende Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik

Ich unterstütze das Konzept Münchner Medienbildung (KoMMBi) als Patin, weil Medienbildung in § 9 AVBayKiBiG und im BayBEP seit 2005 als Kitaaufgabe verbindlich verankert ist und im Zuge der Digitalisierung unserer Gesellschaft, in der Kinder immer früher mit digitalen Medien und dem Internet in ihrer Familie in Kontakt kommen, nun zentrale Bedeutung erlangt. Kitas stehen mehr denn in der Verantwortung, auf die Medienerfahrungen der Kinder einzugehen und Kinder darin zu unterstützen, sich in ihrer digital geprägten Lebenswelt zurechtzufinden. In der Kita zu schaffen sind daher Gelegenheiten, in denen Kinder die Bedeutung und kreativen Verwendungsmöglichkeiten digitaler Medien, insbesondere von Tablets, in Alltagssituationen und Projekten quer durch alle Bildungsbereiche in Kooperation mit anderen Kindern aktiv und risikofrei kennenlernen und in Gesprächen kritisch reflektieren. Die Landeshauptstadt München geht bei diesem bis heute kontrovers diskutierten Thema mit gutem Beispiel voran, da sie Medienbildung in Kitas seit Jahren in verschiedenen Projekten und Qualifizierungsangeboten vorantreibt und mit dem KoMMBi-Konzept nun fachlich weiterentwickelt, um den Kinderrechten auf Zugang, Bildung und Schutz in der digitalen Welt zu entsprechen, dabei die Chancen früher digitaler
Medienbildung zu fokussieren und den Risiken durch Sicherheitsvorkehrungen zu begegnen. Die mit den Münchner Pilot-Kitas im Rahmen KoMMBi hierzu entwickelten und erprobten Konzepte bringen uns im digitalen Transformationsprozess des Bildungssystems Kita weiter und finden Eingang in den Modellversuch “Medienkompetenz in der Frühpädagogik stärken“ (2018-2020), an dem 100 Kitas aus ganz Bayern teilnehmen.